Kamera, Licht und Komposition: der Spickzettel für Bild- und Video-Prompts
Gute Bild- und Video-Prompts beschreiben, was ein Kameramann einstellen würde. Hier stehen die Begriffe so, wie du sie in den Prompt schreibst, mit einer kurzen Erklärung und dem typischen Einsatz.
Einstellungsgrößen 9
Extreme wide shot (EWS)- Panorama, in dem Menschen nur winzig in der Landschaft oder Halle stehen.Gut als Eröffnung für Standort- und Imagefilme, um Größe zu zeigen.
Wide shot / long shot- Die Person ist ganz im Bild, die Umgebung bleibt gut erkennbar.Zeigt Mitarbeitende an ihrem Arbeitsplatz, etwa in Werkstatt oder Lager.
Full shot- Die Figur füllt das Bild von Kopf bis Fuß.Passt für Team- und Kleidungsbilder, wenn die ganze Haltung zählt.
Medium wide shot / cowboy shot- Ausschnitt etwa ab Mitte Oberschenkel aufwärts.Nimm ihn für Recruiting-Motive mit Gestik und etwas Umfeld.
Medium shot- Halbnah, ab der Hüfte aufwärts.Der Standard für Erklärvideos und Interviews mit Händen im Bild.
Medium close-up- Brustbild, Kopf und Schultern dominieren.Klassisch für Testimonials und Talking-Head-Clips im Social Feed.
Close-up- Das Gesicht füllt fast das ganze Bild.Transportiert Emotion, etwa in Kundenstimmen oder Ads mit starker Aussage.
Extreme close-up (ECU)- Nur ein Detail wie Augen, Hände oder ein Schalter.Hebt Produktdetails oder Handgriffe hervor, etwa bei Maschinen und Material.
Insert shot / detail shot- Kurzer Schnitt auf ein Objekt, das die Handlung erklärt.Zeigt Bildschirm, Vertrag oder Werkzeug, damit der Ablauf verständlich wird.
Kamerawinkel 9
Eye level- Kamera auf Augenhöhe der Person, neutraler Blick.Wirkt ehrlich und nahbar, ideal für Gründer- und Mitarbeiterporträts.
Low angle- Kamera unterhalb der Augenhöhe, Blick nach oben.Lässt Personen oder Produkte stärker und souveräner wirken.
High angle- Kamera oberhalb, Blick schräg nach unten.Eignet sich für Arbeitsplätze und Tische, auf denen etwas passiert.
Bird's-eye view- Senkrecht von oben auf die Szene.Für Grundrisse, Messestände oder Teams am Besprechungstisch.
Top-down / flat lay- Gegenstände liegen flach und werden exakt von oben fotografiert.Typisch für Produktsets, Unterlagen und Starter-Kits im Onboarding.
Worm's-eye view- Extrem flach vom Boden aus nach oben.Macht Gebäude, Hallen oder Maschinen monumental.
Dutch angle / canted angle- Die Kamera ist seitlich gekippt, der Horizont steht schräg.Sparsam einsetzen, wenn du Unruhe oder ein Problem zeigen willst.
Over-the-shoulder (OTS)- Blick über die Schulter einer Person auf ihr Gegenüber oder ihren Bildschirm.Gut für Beratungsgespräche und Software-Demos aus Nutzersicht.
POV shot- Die Kamera zeigt, was die Person selbst sieht.Lässt Zuschauer einen Arbeitsschritt quasi selbst ausführen.
Objektive und Brennweiten 10
14mm / 16mm ultra-wide- Superweitwinkel mit viel Raum und verzerrten Rändern.Für enge Büros oder Fahrzeuginnenräume, Gesichter aber nicht an den Rand setzen.
24mm / 35mm wide- Leichter Weitwinkel, erzählt Umgebung mit, ohne stark zu verzerren.Reportage-Look für Betriebsrundgänge und Behind-the-Scenes.
50mm standard lens- Entspricht ungefähr dem menschlichen Blickwinkel.Natürliche Wirkung für Alltagsszenen und halbnahe Porträts.
85mm portrait lens- Leichtes Tele, das Gesichtszüge schmeichelhaft verdichtet.Erste Wahl für Teamfotos, LinkedIn-Porträts und Speakerbilder.
135mm / 200mm telephoto- Starkes Tele, das Hintergrund und Motiv optisch zusammenschiebt.Für Event- und Messeaufnahmen aus Distanz, ohne zu stören.
Shallow depth of field, f/1.8- Offene Blende mit wenig Schärfentiefe und weichem Hintergrund (Bokeh).Trennt eine Person vom unruhigen Büro im Hintergrund.
Deep focus, f/8 to f/11- Geschlossene Blende, fast alles im Bild ist scharf.Passt für Architektur, Produktionshallen und Gruppenfotos.
Macro lens- Makroobjektiv für sehr nahe Aufnahmen kleiner Dinge.Zeigt Oberflächen, Platinen oder Verarbeitungsqualität im Detail.
Tilt-shift lens- Verstellbares Objektiv, das stürzende Linien korrigiert oder eine Miniaturwirkung erzeugt.Für gerade Gebäudefassaden oder den Spielzeug-Look von oben auf ein Werksgelände.
Anamorphic lens- Kinoobjektiv mit Breitbild, ovalem Bokeh und horizontalen Lens Flares.Gibt Imagefilmen und Kampagnen einen sofort filmischen Charakter.
Licht 15
Three-point lighting- Klassisches Setup aus Hauptlicht, Aufhelllicht und Gegenlicht.Solide Grundlage für Interviews und Erklärvideos im Büro.
Key light- Das Hauptlicht, das Form und Richtung vorgibt.Bestimmt, ob ein Porträt freundlich oder ernst wirkt.
Fill light- Schwächeres Licht, das die Schatten des Key Lights aufhellt.Regelt den Kontrast: viel Fill wirkt offen, wenig Fill dramatisch.
Rim light / back light- Licht von hinten, das eine helle Kontur um Haare und Schultern legt.Löst Personen vor dunklem Hintergrund, typisch für Keynote-Clips.
Softbox lighting- Großflächiges, diffuses Licht mit weichen Schatten.Sicherer Look für Porträts und Produktfotos ohne harte Kanten.
Beauty dish- Schalenförmiger Reflektor mit kontrastreichem, aber weichem Licht.Für markante Kopfporträts von Geschäftsführung und Speakern.
Window light- Natürliches Seitenlicht durch ein Fenster.Authentischer Büro-Look ohne Studio-Anmutung.
Golden hour- Warmes, flaches Sonnenlicht kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang.Für Außenaufnahmen von Gebäuden, Teams oder Fahrzeugen mit warmer Stimmung.
Blue hour- Kühles Dämmerlicht nach Sonnenuntergang, Innenräume leuchten warm.Zeigt beleuchtete Büros oder Hallen am Abend besonders wirkungsvoll.
Hard light vs. soft light- Hartes Licht wirft scharfe Schatten, weiches Licht verlaufende.Hartes Licht für Technik und Kante, weiches für Menschen und Vertrauen.
High-key lighting- Helles Bild, kaum Schatten, oft weißer Hintergrund.Typisch für Gesundheits-, Software- und Beratungsmotive.
Low-key lighting- Überwiegend dunkles Bild mit wenigen hellen Stellen.Für Premium-Produkte oder ernste Kampagnenthemen.
Chiaroscuro- Starker Hell-Dunkel-Kontrast wie in der Malerei des Barock.Macht Porträts von Führungskräften eindringlich und edel.
Practical lights- Sichtbare Lichtquellen im Bild wie Lampen, Monitore oder Neonröhren.Lassen Büro- und Werkstattszenen echt und bewohnt wirken.
Volumetric light / god rays- Lichtstrahlen werden durch Dunst oder Staub sichtbar.Für atmosphärische Hallen- und Produktionsbilder.
Komposition 9
Rule of thirds- Motiv auf einer der Drittellinien statt in der Mitte.Lässt Platz für Text in Anzeigen und Thumbnails.
Centered symmetrical composition- Motiv exakt mittig, beide Bildhälften gespiegelt.Wirkt ruhig und ordentlich, gut für Architektur und Produkt-Hero-Shots.
Leading lines- Linien wie Gänge, Regale oder Straßen führen den Blick zum Motiv.Lenkt in Hallen- oder Büroaufnahmen gezielt auf eine Person.
Negative space- Viel leere Fläche um ein kleines Motiv.Schafft Ruhe und Raum für Headline und Logo.
Frame within a frame- Türrahmen, Fenster oder Regale rahmen das Motiv ein.Gibt Teamfotos Tiefe und einen beobachtenden Blick.
Foreground interest / layering- Unscharfe Elemente im Vordergrund erzeugen Tiefe.Macht flache Büroszenen räumlicher und hochwertiger.
Headroom and lead room- Bewusster Abstand über dem Kopf und in Blickrichtung.Verhindert abgeschnittene Köpfe in Interviews.
Golden ratio / Fibonacci spiral- Aufteilung nach dem Goldenen Schnitt mit spiralförmigem Blickverlauf.Für ausgewogene Key Visuals, die nicht nach Schema wirken.
Aspect ratio 9:16 / 4:5 / 16:9- Seitenverhältnis des Bildes, das die Komposition stark bestimmt.Gib es immer an: 9:16 für Reels, 4:5 für den Feed, 16:9 für Website und YouTube.
Kamerabewegung (Video) 13
Static shot / locked-off- Die Kamera bewegt sich gar nicht.Ruhige Basis für Interviews und Statements.
Pan- Horizontaler Schwenk aus fester Position.Zeigt einen Raum oder folgt einer Person am Arbeitsplatz.
Tilt- Vertikaler Schwenk nach oben oder unten.Enthüllt hohe Objekte wie Regale, Maschinen oder Gebäude.
Dolly in / dolly out- Die ganze Kamera fährt auf das Motiv zu oder davon weg.Ein langsamer Dolly-in betont einen wichtigen Satz im Testimonial.
Truck / tracking shot- Seitliche Fahrt parallel zum Motiv.Begleitet jemanden durch Büro, Lager oder Messestand.
Pedestal / crane up- Die Kamera hebt oder senkt sich senkrecht.Gut für Auftakte, die von Detail auf Überblick wechseln.
Zoom- Änderung der Brennweite, die Kamera selbst bleibt stehen.Wirkt dokumentarisch, ein schneller Zoom auch bewusst roh.
Dolly zoom (Vertigo effect)- Gleichzeitig fahren und gegenläufig zoomen, der Hintergrund scheint zu wachsen.Sparsam für einen Aha-Moment in Kampagnen-Ads.
Orbit / arc shot- Die Kamera kreist um das Motiv.Klassisch für Produktpräsentationen und Hero-Shots.
Handheld- Kamera aus der Hand mit leichtem Wackeln.Gibt Recruiting- und Behind-the-Scenes-Clips Nähe.
Gimbal / steadicam shot- Stabilisierte Fahrt aus der Hand, ruhig und fließend.Für Rundgänge durch Betrieb oder Showroom.
FPV drone shot- Wendige Drohnenfahrt aus Ich-Perspektive durch Räume und Gänge.Spektakulärer Durchflug durch Halle oder Firmengebäude.
Push-in / pull-out reveal- Annähern oder Zurückziehen, bis etwas Neues sichtbar wird.Enthüllt Produkt oder Team am Ende eines Clips.
Farbe und Look 9
Color grading- Gezielte Farbgestaltung nach dem Dreh.Sorgt dafür, dass alle Clips einer Kampagne gleich aussehen.
Teal and orange- Hauttöne warm, Schatten und Hintergrund blaugrün.Typischer Kino-Look für Image- und Werbefilme.
Muted / desaturated palette- Zurückgenommene, entsättigte Farben.Wirkt seriös und ruhig, etwa bei Beratung und Finanzen.
Monochromatic color scheme- Ein Farbton in verschiedenen Helligkeiten.Bindet Motive eng an eine Markenfarbe.
Complementary colors- Gegenfarben wie Blau und Orange für starken Kontrast.Lässt CTA-Elemente oder Produkte aus dem Bild springen.
Film grain / 35mm film look- Feines Korn und weichere Farben wie bei analogem Film.Gibt KI-Bildern weniger Plastikwirkung und mehr Echtheit.
Warm vs. cool color temperature- Farbtemperatur in Kelvin, warm um 3200K, kühl um 5600K und darüber.Warm für Nähe und Menschen, kühl für Technik und Präzision.
High contrast / low contrast- Großer oder kleiner Abstand zwischen hellsten und dunkelsten Stellen.Hoher Kontrast fällt im Feed auf, niedriger wirkt sanfter und edler.
Editorial photography style- Bildsprache wie in einem Wirtschafts- oder Lifestylemagazin.Für Porträts, die hochwertig und nicht nach Stockfoto aussehen sollen.
Video-Technik 7
24fps / 30fps / 60fps- Bilder pro Sekunde, 24 wirkt filmisch, 60 sehr flüssig.24 für Imagefilme, 30 für Social, 60 für Bildschirmaufnahmen und Sport.
Slow motion, 120fps- Mit hoher Bildrate gedreht und langsam abgespielt.Macht Handgriffe, Flüssigkeiten oder Produktmomente eindrucksvoll.
180-degree shutter / motion blur- Belichtungszeit als doppelte Bildrate, das ergibt natürliche Bewegungsunschärfe.Verhindert den hektischen, abgehackten Videolook.
Timelapse / hyperlapse- Zeitraffer aus fester Position oder in Bewegung.Zeigt Aufbau eines Messestands oder einen Arbeitstag in Sekunden.
Match cut- Schnitt zwischen zwei Bildern mit ähnlicher Form oder Bewegung.Verbindet Vorher und Nachher elegant in einem Ad.
Whip pan transition- Schneller Reißschwenk, der als Übergang zur nächsten Szene dient.Gibt Social-Clips Tempo ohne harte Schnitte.
Ambient sound / room tone- Atmo und Raumgeräusch, die eine Szene glaubwürdig machen.Nenne sie im Prompt für Video-Modelle mit Ton, etwa Bürogeräusche oder Maschinenbrummen.