Prompting für Teams: So schreibst du Prompts, die funktionieren (2026)
Kurz gesagt
Ein guter Prompt nennt fünf Dinge: wer die KI sein soll (Rolle), worum es geht (Kontext), was sie tun soll (Aufgabe), wie das Ergebnis aussehen soll (Format) und im Idealfall ein Beispiel. Darin sind sich die offiziellen Guides von Anthropic, OpenAI, Google und Microsoft weitgehend einig. Für Teams lohnt sich zusätzlich eine gemeinsame Prompt-Bibliothek mit geprüften Vorlagen, einer verantwortlichen Person und festen Regeln, welche Daten hinein dürfen.
Inhalt 9 Abschnitte
- Anthropic, OpenAI, Google, Microsoft: Wo sich die Guides einig sind
- Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Beispiel
- Vorher und nachher: fünf typische Prompts verbessert
- Wenn das Ergebnis nicht passt: Prompts gezielt nachschärfen
- Eine Prompt-Bibliothek fürs Team aufbauen
- Prompt-Vorlagen pro Abteilung
- Warum Team-Prompts trotzdem scheitern
- Die erste Woche mit der Team-Bibliothek
- Quellen
Die erfolgreichsten Prompts haben laut Google im Schnitt rund 21 Wörter, die meisten Nutzer schreiben weniger als neun. Fast jedes Team nutzt 2026 einen KI-Assistenten, und trotzdem schwanken die Ergebnisse stark. Die eine Kollegin hat in zwei Minuten einen brauchbaren Angebotsentwurf, der andere bekommt Floskeln und gibt nach drei Versuchen auf. Meistens liegt es am Prompt, also an der Anweisung, die du der KI gibst.
Was hier steht, empfehlen die Hersteller selbst. Wir haben die offiziellen Prompting-Guides von Anthropic (Claude), OpenAI (ChatGPT), Google (Gemini) und Microsoft (Copilot) am 2. Oktober 2026 ausgewertet und daraus fünf Bausteine abgeleitet. Außerdem bekommst du eine Anleitung für eine gemeinsame Prompt-Bibliothek und Vorlagen für fünf Abteilungen.
Wie viel die fünf Bausteine ausmachen, siehst du im Abschnitt „Vorher und nachher“ an fünf Alltagsaufgaben von der Kundenmail bis zur Stellenanzeige.
Anthropic, OpenAI, Google, Microsoft: Wo sich die Guides einig sind
Die vier großen Anbieter beschreiben gutes Prompting mit unterschiedlichen Worten und meinen fast dasselbe:
| Anbieter | Bausteine laut Guide | Besonderer Tipp |
|---|---|---|
| Anthropic (Claude) | klar und direkt, Kontext mit Begründung, Beispiele, Gliederung mit XML-Tags, Rolle | „Goldene Regel“: Zeig den Prompt einem Kollegen ohne Vorwissen. Wäre er verwirrt, ist es die KI auch. |
| OpenAI (ChatGPT) | Identität, Anweisungen, Beispiele, Kontext | Gliederung mit Markdown-Überschriften oder XML, Tests aufbauen, bevor du Prompts änderst |
| Google (Gemini in Workspace) | Persona, Task, Context, Format | Die erfolgreichsten Prompts haben im Schnitt rund 21 Wörter, die meisten Nutzer schreiben weniger als neun |
| Microsoft (Copilot) | Ziel, Kontext, Erwartungen, Quelle | Ziel mit einem Verb beginnen: erstellen, finden, zusammenfassen, entwerfen |
Für Teams finden wir vor allem einen Gedanken von Anthropic hilfreich. Dort wird Claude als brillanter neuer Mitarbeiter beschrieben, der deine Abläufe und Gepflogenheiten nicht kennt. Je genauer du erklärst, was du willst, desto besser das Ergebnis. Dazu gehört, Anweisungen zu begründen. Statt „Keine Fachbegriffe“ schreibst du „Der Text geht an Privatkunden ohne technisches Vorwissen, deshalb keine Fachbegriffe“. Dann kann die KI die Regel auf ähnliche Fälle übertragen.
Das stärkste Werkzeug sind Beispiele. Anthropic nennt sie einen der zuverlässigsten Wege, Format, Ton und Aufbau zu steuern, und empfiehlt drei bis fünf, die sich voneinander unterscheiden. OpenAI beschreibt denselben Effekt: Das Modell übernimmt das Muster aus den Beispielen. Ebenfalls von Anthropic stammt der Rat, positiv zu formulieren. „Schreib in fließenden Absätzen“ wirkt besser als „Keine Aufzählungen“.
Google und Microsoft legen den Schwerpunkt auf eigene Quellen. Prompts werden besser, wenn du auf konkrete Dateien verweist, etwa mit @Datei in Gemini oder mit einem Verweis auf Mails, Chats und Dokumente in Copilot. Google rät außerdem, mit Rückfragen nachzuschärfen, statt beim ersten Ergebnis aufzuhören.
Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Beispiel
Aus den Guides ergibt sich ein Aufbau, der in allen Tools funktioniert. Für eine schnelle Umformulierung reichen Aufgabe und Format. Eine Vorlage, die das ganze Team nutzt, sollte alle fünf Bausteine haben.
1. Rolle: Wer soll die KI sein?
Eine Rolle gibt der KI eine Perspektive und einen Ton. Anthropic schreibt, dass schon ein einzelner Satz einen Unterschied macht. Gute Rollen sind konkret: „Du bist erfahrene Vertriebsleiterin im B2B-Maschinenbau“ ist besser als „Du bist ein Experte“.
2. Kontext: Worum geht es?
Kontext ist alles, was die KI nicht wissen kann, etwa Zielgruppe, Anlass, Vorgeschichte oder Firmenbegriffe. Microsoft nennt ausdrücklich, warum du etwas brauchst und wer beteiligt ist. Meiner Meinung nach liegt hier der größte Hebel, denn ohne Kontext weicht die KI auf Allgemeinplätze aus.
3. Aufgabe: Was genau soll passieren?
Beginne mit einem Verb wie entwerfen, zusammenfassen oder prüfen. Ist die Reihenfolge wichtig, gliedere die Aufgabe in nummerierte Schritte, wie Anthropic es ausdrücklich empfiehlt.
4. Format: Wie soll das Ergebnis aussehen?
Gemeint sind Länge, Aufbau, Ton, Sprache und Ausgabeform. Tabelle oder Fließtext, eine Variante oder mehrere, Du oder Sie? Was du hier offen lässt, arbeitest du hinterher von Hand nach.
5. Beispiele: Wie sieht gut aus?
Ein oder mehrere Beispiele für ein gutes Ergebnis transportieren den Hausstil, ohne dass du ihn lang beschreiben musst. Für Teams ist das der wertvollste Baustein. Kennzeichne Beispiele klar, etwa mit „BEISPIEL 1:“ oder mit Tags wie <beispiel>, damit die KI sie nicht mit der Aufgabe verwechselt.
ROLLE: Du bist [Rolle mit Erfahrung und Branche].
KONTEXT: [Wer ist die Zielgruppe? Was ist der Anlass? Was weiß die Zielgruppe schon? Welche Rahmenbedingungen gelten?]
AUFGABE: [Verb + Gegenstand, z. B. Entwirf eine Antwort-Mail auf die folgende Kundenanfrage.]
Geh so vor:
- [Schritt 1]
- [Schritt 2]
FORMAT: [Länge, Aufbau, Ton, Du oder Sie, Sprache]
BEISPIEL FÜR EIN GUTES ERGEBNIS:
[Beispieltext]
Wenn dir Informationen fehlen, frag nach, bevor du loslegst.
Vorher und nachher: fünf typische Prompts verbessert
Die Vorher-Prompts sind typisch für den Alltag: kurz, ohne Kontext, ohne Format. Daneben steht jeweils die Fassung mit den Bausteinen.
Beispiel 1: Kundenmail
Schreib eine Antwort auf diese Beschwerde.
Du bist Kundenservice-Mitarbeiterin bei [Firma], einem Onlinehändler für Büromöbel.
Ein Kunde beschwert sich, dass sein Schreibtisch zwei Wochen zu spät kam und eine Kante beschädigt ist. Die Mail steht unten. Wir dürfen laut unserer Kulanzregel bei Lieferverzug einen Gutschein über 10 Prozent anbieten. Für Transportschäden schicken wir kostenlos ein Ersatzteil oder holen den Tisch ab.
Entwirf eine Antwort-Mail:
- Entschuldige dich konkret für beide Probleme, ohne Ausreden.
- Biete beide Lösungen für den Schaden zur Wahl an.
- Biete den Gutschein an.
- Nenne den nächsten Schritt mit Frist.
Format: höchstens 150 Wörter, Sie-Form, freundlich und sachlich, keine Floskeln wie „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten“.
Mail des Kunden:
[Mail einfügen]
Beispiel 2: Zusammenfassung
Fass das Dokument zusammen.
Im Anhang ist der Entwurf unseres neuen Rahmenvertrags mit [Lieferant], 24 Seiten.
Ich bin Einkaufsleiter und muss morgen der Geschäftsführung in fünf Minuten sagen, ob wir unterschreiben können.
Fasse den Vertrag so zusammen:
- Die fünf wichtigsten Punkte in je einem Satz.
- Alle Fristen, Kündigungsregeln und Preisanpassungsklauseln mit Seitenzahl.
- Punkte, die von üblichen Lieferverträgen abweichen oder für uns riskant sein könnten, mit kurzer Begründung.
- Drei Fragen, die wir dem Lieferanten vor der Unterschrift stellen sollten.
Zitiere bei jedem Punkt die Seite. Wenn etwas unklar formuliert ist, sag das, statt es zu interpretieren. Das ist keine Rechtsprüfung. Die Zusammenfassung dient zur Vorbereitung auf das Gespräch mit unserer Anwältin.
Beispiel 3: LinkedIn-Post
Schreib einen LinkedIn-Post über unser neues Produkt.
Du schreibst LinkedIn-Posts für [Name], Geschäftsführer eines Softwarehauses mit 40 Mitarbeitenden.
Thema: Wir haben ein Modul für [Funktion] veröffentlicht. Es spart Buchhaltungsteams laut unseren Pilotkunden die manuelle Zuordnung von Belegen. Zielgruppe sind kaufmännische Leiter im Mittelstand.
Schreib einen Post mit 120 bis 180 Wörtern. Erster Satz: eine konkrete Beobachtung aus dem Alltag der Zielgruppe. Danach das Problem, dann die Lösung in zwei Sätzen, dann eine Frage an die Leser. Ich-Form, ruhig, keine Superlative, keine Emojis, höchstens zwei Hashtags.
So klingt [Name] (Beispiel eines früheren Posts):
[Beispielpost einfügen]
Übernimm Ton und Satzlänge aus dem Beispiel, nicht den Inhalt.
Beispiel 4: Datenanalyse
Analysiere diese Excel-Tabelle.
Die Tabelle enthält unsere Umsätze nach Kunde und Monat für 2025 und 2026, Spalten: Kunde, Branche, Monat, Umsatz netto.
Ich bereite das Quartalsgespräch mit dem Vertrieb vor. Mich interessiert, welche Kunden schrumpfen und ob das an einer Branche hängt.
Bitte:
- Berechne für jeden Kunden die Veränderung Januar bis September 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
- Liste die zehn Kunden mit dem größten Rückgang in absoluten Euro.
- Zeig die Veränderung nach Branche als Tabelle.
- Schreib drei Sätze Interpretation und kennzeichne, was du aus den Daten ablesen kannst und was Vermutung ist.
Wenn Werte fehlen oder doppelt vorkommen, nenne die betroffenen Zeilen, bevor du rechnest.
Beispiel 5: Stellenanzeige
Schreib eine Stellenanzeige für einen Buchhalter.
Du bist Recruiterin in einem Familienunternehmen mit 120 Mitarbeitenden im Großhandel, Standort [Ort].
Wir suchen eine Fachkraft für Finanzbuchhaltung (m/w/d), Vollzeit, Hybrid mit zwei Tagen Homeoffice. Aufgaben: Kreditoren und Debitoren, Vorbereitung Monatsabschluss, Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Wir arbeiten mit DATEV. Wir bieten: [Benefits].
Schreib eine Stellenanzeige mit diesen Abschnitten: Einstieg (zwei Sätze, warum die Stelle interessant ist), Aufgaben (fünf Punkte), Das bringst du mit (vier Punkte, nur echte Muss-Kriterien), Das bieten wir, So bewirbst du dich.
Du-Form, klare Sprache, keine Begriffe wie „dynamisch“ oder „Rockstar“. Formuliere geschlechtsneutral und ohne Altersangaben, damit die Anzeige mit dem AGG vereinbar ist. Liefere am Ende drei Vorschläge für den Titel.
Wenn das Ergebnis nicht passt: Prompts gezielt nachschärfen
Selten passt der erste Prompt perfekt. Statt ihn komplett neu zu schreiben, hilft ein fester Ablauf:
- Ergebnis prüfen, Abweichung benennen. Was genau stimmt nicht? Zu lang, falscher Ton, Fakten erfunden, Struktur fehlt?
- Nachsteuern im Gespräch. Für einmalige Aufgaben reicht eine Rückfrage: „Kürzer, und streich den zweiten Absatz.“ Google empfiehlt ausdrücklich, mit Folge-Prompts zu arbeiten.
- Vorlage anpassen, wenn der Fehler wiederkommt. Tritt derselbe Fehler bei mehreren Kollegen auf, gehört die Korrektur in die Vorlage.
- Mit festen Testfällen prüfen. Anthropic und OpenAI raten, vor dem Optimieren Erfolgskriterien festzulegen und Tests aufzubauen. Für Teams heißt das: Drei bis fünf echte Eingaben mit einem bekannten guten Ergebnis aufheben und jede neue Version der Vorlage damit testen.
- Die KI selbst fragen. Google schlägt vor, Gemini als Prompt-Editor zu nutzen. Das funktioniert auch in anderen Tools.
Ich möchte den folgenden Prompt als Vorlage für mein Team nutzen. Er soll von Kollegen ohne KI-Erfahrung verwendet werden.
Prüfe den Prompt und sag mir:
- Welche Informationen fehlen, damit das Ergebnis zuverlässig gut wird?
- Wo ist er mehrdeutig?
- Welche Platzhalter sollte ich einbauen?
Schreib danach eine verbesserte Fassung mit Platzhaltern in eckigen Klammern. Erfinde keine Fakten über unsere Firma. Markiere fehlende Angaben als Platzhalter.
Mein Prompt:
[Prompt einfügen]
Ich brauche [Ergebnis, z. B. ein Konzept für unser Kundenevent im Frühjahr].
Bevor du anfängst: Stell mir höchstens fünf Fragen, die du brauchst, um ein wirklich passendes Ergebnis zu liefern. Stell die Fragen nummeriert und warte auf meine Antworten.
Eine Prompt-Bibliothek fürs Team aufbauen
Eine Prompt-Bibliothek ist eine Sammlung geprüfter Vorlagen, auf die das ganze Team zugreift. Ohne sie erfindet jeder das Rad neu, und die Qualität hängt davon ab, wer gerade fragt. Der Aufbau dauert fünf Schritte.
Schritt 1: Aufgaben sammeln
Frag dein Team, welche Aufgaben es mehrmals pro Woche mit KI erledigt oder gern erledigen würde. Meist kommen Mails, Zusammenfassungen, Protokolle, Angebote und Recherchen. Für den Start reichen fünf bis zehn Aufgaben mit hohem Volumen.
Schritt 2: Vorlagen schreiben und testen
Schreib für jede Aufgabe eine Vorlage nach den fünf Bausteinen. Teste sie mit mindestens drei echten Fällen und lass sie von zwei Kollegen ausprobieren, die sie nicht geschrieben haben. Erst dann kommt sie in die Bibliothek.
Schritt 3: Einheitlich dokumentieren
Jede Vorlage bekommt dieselben Felder. Eine Tabelle oder Wiki-Seite reicht:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Name | kurz und suchbar, z. B. „Kundenmail: Beschwerde Lieferverzug“ |
| Zweck | ein Satz, wofür die Vorlage gedacht ist |
| Prompt | der Text mit Platzhaltern in eckigen Klammern |
| Getestet mit | Tool und Datum, z. B. „Copilot, Claude, 10/2026“ |
| Datenklasse | was eingefügt werden darf, z. B. „intern, keine Kundendaten“ |
| Besitzer | wer die Vorlage pflegt |
| Beispiel | eine Eingabe mit gutem Ergebnis |
Schritt 4: Den richtigen Ort wählen
Die Bibliothek gehört dorthin, wo gearbeitet wird. In Microsoft 365 Copilot ist das die Copilot Prompt Gallery, die Prompts speichert und mit einem Team in Microsoft Teams teilt. Laut Microsoft lassen sich geteilte Prompts allerdings nicht bearbeiten. Für eine neue Version entfernst du den alten Prompt und speicherst den neuen.
Toolneutral ist ein Wiki, etwa in Notion oder Confluence. Der Nachteil: Kopieren und Einfügen bleibt nötig.
Wird eine Vorlage immer gleich genutzt, lohnt sich ein eigener Assistent als Projekt, Gem oder Agent. In Langdock zum Beispiel teilst du Vorlagen als Agenten mit festen Anweisungen im ganzen Workspace. Wie das in ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot und Langdock geht, zeigt unser Ratgeber Eigene KI-Assistenten bauen.
Schritt 5: Pflegen
Modelle, Produkte und Abläufe ändern sich, und eine Bibliothek veraltet entsprechend schnell. Schau einmal pro Quartal drauf: Welche Vorlagen werden genutzt, welche liefern schlechtere Ergebnisse als früher, welche braucht niemand mehr? Vorlagen ohne Besitzer wandern ins Archiv.
Hier ist eine Prompt-Vorlage aus unserer Team-Bibliothek und drei Testeingaben mit dem Ergebnis, das wir als gut bewertet haben.
Führe die Vorlage mit jeder Testeingabe aus. Vergleiche danach dein Ergebnis mit dem jeweiligen guten Ergebnis nach diesen Kriterien: Inhalt vollständig, Format eingehalten, Ton passend, keine erfundenen Fakten.
Gib eine Tabelle mit Testfall, Kriterium und Bewertung (erfüllt, teilweise, nicht erfüllt) aus und schlag am Ende höchstens drei konkrete Änderungen an der Vorlage vor.
Vorlage:
[Vorlage]
Testfall 1 mit gutem Ergebnis:
[Eingabe und Ergebnis]
Prompt-Vorlagen pro Abteilung
Nimm diese Vorlagen als Startpunkte für deine Bibliothek. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern und pass Ton und Format an euren Hausstil an.
Du bist erfahrener B2B-Vertriebler in der Branche [Branche].
Ich habe am [Datum] ein Erstgespräch mit [Rolle] von [Firma]. Wir verkaufen [Produkt/Leistung]. Hier sind meine Notizen und die öffentlichen Infos zur Firma: [einfügen].
Bereite mich vor:
- Drei Hypothesen, welche Probleme die Firma haben könnte, jeweils mit Begründung aus den Infos.
- Sechs offene Fragen für das Gespräch, sortiert vom Einstieg bis zum Bedarf.
- Zwei wahrscheinliche Einwände und je eine kurze, ehrliche Antwort.
Kennzeichne, was aus den Infos stammt und was deine Vermutung ist. Höchstens eine Seite.
Unten steht das Transkript eines Gesprächs mit unserer Expertin [Name, Rolle] zum Thema [Thema].
Zielgruppe: [Zielgruppe]. Ziel: Fachartikel für unseren Blog.
Erstelle:
- Fünf Kernaussagen der Expertin, möglichst nah an ihren Worten.
- Eine Gliederung für einen Artikel mit 1.200 Wörtern, mit Zwischenüberschriften als Fragen, die die Zielgruppe googeln würde.
- Zwei Zitate, die sich für Social Media eignen.
Füge keine Fakten hinzu, die nicht im Transkript stehen. Markiere Stellen, an denen eine Quelle oder Zahl fehlt.
Transkript:
[einfügen]
Du bist HR-Business-Partnerin in einem Unternehmen mit [Anzahl] Mitarbeitenden.
Am [Datum] startet eine neue Person als [Rolle] im Team [Team]. Führungskraft: [Rolle]. Wichtige Systeme: [Systeme]. Arbeitsmodell: [vor Ort/hybrid].
Erstelle einen Onboarding-Plan für die ersten 30 Tage als Tabelle mit den Spalten Woche, Ziel, Aufgaben, verantwortlich, erledigt. Plane in Woche 1 die Grundlagen (Zugänge, Sicherheit, Datenschutz, KI-Richtlinie), in Woche 2 bis 4 die fachliche Einarbeitung. Plane zwei Feedbackgespräche ein.
Verwende keine Namen, nur Rollen.
Hier sind unsere internen Antworten zu den häufigsten Kundenfragen: [einfügen].
Schreib für jede Frage einen Antwortbaustein für den Kundenservice:
- höchstens 80 Wörter,
- Sie-Form, freundlich, ohne Floskeln,
- mit dem nächsten Schritt für den Kunden am Ende.
Wenn unsere interne Antwort unklar oder widersprüchlich ist, lass den Baustein weg und nenne die offene Frage.
Ich muss entscheiden, ob [Entscheidung, z. B. wir einen zweiten Standort eröffnen].
Hier sind die Fakten, die ich habe: [einfügen].
Erstelle eine Entscheidungsvorlage auf einer Seite:
- Die Frage in einem Satz.
- Zwei bis drei Optionen, jeweils mit Vorteilen, Nachteilen, Kosten und Risiken.
- Was ich noch wissen müsste, um sicher zu entscheiden.
- Deine Empfehlung mit Begründung, klar als Einschätzung gekennzeichnet.
Argumentiere danach in drei Sätzen gegen deine eigene Empfehlung.
Warum Team-Prompts trotzdem scheitern
Der Klassiker ist der zu kurze Prompt. „Schreib eine Mail an den Kunden“ zwingt die KI zum Raten, und zwei Sätze Kontext ändern das Ergebnis meist mehr als jeder Trick. Fast genauso häufig landen mehrere Aufgaben in einem Prompt. Packst du Analyse, Präsentation und Mail zusammen, bekommst du drei mittelmäßige Ergebnisse. Teil große Aufgaben in Schritte, Anthropic nennt das Prompt Chaining.
Lange Verbotslisten helfen wenig. Beschreib lieber das gewünschte Ergebnis und begründe deine Regeln. Bei Stilfragen fehlt oft das Beispiel, obwohl sich Ton und Hausstil viel leichter zeigen als beschreiben lassen.
Jede KI kann Fakten erfinden. Zahlen, Namen, Zitate und Rechtsaussagen prüfst du deshalb immer selbst, und in Vorlagen bittest du die KI ausdrücklich, Unsicherheiten zu kennzeichnen.
Am teuersten wird es, wenn Kundendaten, Personaldaten oder Geschäftsgeheimnisse in private Konten wandern. Sie gehören nur in freigegebene Firmen-Tools, die Regeln dafür stehen in unserer Vorlage für eine KI-Richtlinie. Und solange jeder seine eigenen Prompts pflegt, bleibt gutes Prompting das Wissen einzelner Leute.
Die erste Woche mit der Team-Bibliothek
Mein Vorschlag für den Anfang: Sammle fünf Aufgaben, die dein Team mehrmals pro Woche mit KI erledigt, und schreib für jede eine Vorlage mit Rolle, Kontext, Aufgabe, Format und Beispiel. Teste jede mit drei echten Fällen und zwei Kollegen. Dann legst du die Vorlagen zentral ab, in der Copilot Prompt Gallery, im Wiki oder als Assistent, und trägst den ersten Quartals-Check mit Besitzern und Testfällen in den Kalender ein.
Welcher Assistent zu deinem Team passt, vergleicht unser Ratgeber KI-Assistenten für Unternehmen. Schnelle Einstiegsideen findest du in den KI-Quick-Wins, und wie du Firmenwissen für die KI erschließt, zeigt der Ratgeber Company Brain. Mit einer gepflegten Bibliothek schreibt in deinem Team niemand mehr Prompts mit weniger als neun Wörtern, weil Kontext und Format schon in der Vorlage stehen.
Quellen
- Anthropic: Prompting best practices und Prompt engineering overview
- OpenAI: Prompt engineering
- Google: Prompting guide 101 für Gemini in Google Workspace
- Microsoft: Write a great prompt in Microsoft 365 Copilot und Sharing prompts with a Team
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz (Mai 2024)
Zum Mitnehmen
- Ein guter Prompt nennt Rolle, Kontext, Aufgabe, Format und im Idealfall ein Beispiel.
- Bei langen Unterlagen gehören die Dokumente nach oben und die Frage ans Ende, laut Anthropic bis zu 30 Prozent besser.
- Jede Vorlage in der Prompt-Bibliothek braucht einen Besitzer, ein Testdatum und ein Beispiel mit gutem Ergebnis.
Häufige Fragen
Was bedeutet Prompting?
Prompting heißt, einer KI eine Anweisung in normaler Sprache zu geben. Der Prompt ist der Text, den du in ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot eintippst, inklusive aller Hintergrundinfos, Beispiele und Dateien. Prompt Engineering meint das gezielte Verbessern solcher Anweisungen, bis die Ergebnisse zuverlässig passen.
Wie schreibe ich gute Prompts?
Nenne die Aufgabe mit einem klaren Verb, gib den nötigen Kontext und beschreibe das gewünschte Format, also Länge, Aufbau und Ton. Bei wiederkehrenden Aufgaben hilft eine Rolle und ein Beispiel für ein gutes Ergebnis. Prüfe den Prompt mit der Frage aus dem Anthropic-Guide: Würde ein Kollege ohne Vorwissen verstehen, was du willst?
Welche Prompting-Techniken gibt es?
Die wichtigsten Techniken aus den offiziellen Guides sind klare Anweisungen, Kontext mit Begründung, Beispiele (Few-Shot-Prompting), Rollen, eine klare Gliederung mit Überschriften oder XML-Tags, Schritt-für-Schritt-Denken und das Aufteilen großer Aufgaben in mehrere Prompts (Prompt Chaining). Für den Büroalltag reichen meist die ersten vier.
Was sind Prompting-Frameworks?
Frameworks sind Merkhilfen für den Aufbau eines Prompts. Google empfiehlt für Gemini in Workspace Persona, Task, Context und Format. Microsoft beschreibt für Copilot Ziel, Kontext, Erwartungen und Quelle. OpenAI gliedert Anweisungen in Identität, Anweisungen, Beispiele und Kontext. Alle meinen im Kern dasselbe.
Wie lang sollte ein Prompt sein?
So lang wie nötig. Google schreibt in seinem Prompting-Guide für Workspace, dass die erfolgreichsten Prompts im Schnitt rund 21 Wörter haben, die meisten Nutzer aber weniger als neun schreiben. Für wiederkehrende Aufgaben in Teams sind Vorlagen mit 80 bis 200 Wörtern üblich, weil sie Kontext und Format fest mitbringen.
Wie erstelle ich eine Prompt-Bibliothek?
Sammle die Aufgaben, die im Team mehrmals pro Woche anfallen, und schreibe für jede eine geprüfte Vorlage mit Platzhaltern. Lege sie an einem zentralen Ort ab, etwa im Wiki, in der Copilot Prompt Gallery, als Langdock-Agent oder als Projekt in Claude oder ChatGPT. Gib jeder Vorlage einen Besitzer, ein Datum und ein Testbeispiel.
Kann ich Prompts in Copilot speichern und mit dem Team teilen?
Ja. In Microsoft 365 Copilot speicherst du einen Prompt nach dem Ausführen über „Prompt speichern“ in der Copilot Prompt Gallery. Von dort teilst du ihn mit einem Team in Microsoft Teams, die Kollegen finden ihn im Reiter „Team-Prompts“. Laut Microsoft lassen sich geteilte Prompts nicht bearbeiten, nur entfernen und neu anlegen.
Funktionieren Prompts für ChatGPT auch in Claude, Gemini und Copilot?
Die Grundprinzipien gelten für alle Modelle, ein guter Prompt funktioniert also überall ordentlich. Unterschiede gibt es im Detail, etwa bei Länge, Formatierung und Umgang mit langen Dokumenten. Teste wichtige Vorlagen deshalb in dem Tool, das dein Team tatsächlich nutzt, und notiere das Modell in der Bibliothek.
Was ist Prompt Injection?
Prompt Injection ist ein Angriff, bei dem versteckte Anweisungen in einer Webseite, Mail oder Datei die KI dazu bringen sollen, etwas anderes zu tun als gewünscht, etwa Daten preiszugeben. Das Risiko steigt, wenn die KI Werkzeuge nutzen oder auf Postfächer zugreifen darf. Prüfe deshalb Ergebnisse aus fremden Inhalten kritisch und gib Agenten nur die Rechte, die sie brauchen.
Kann man Prompting lernen?
Ja, und zwar schneller als viele denken. Die offiziellen Guides von Anthropic, OpenAI, Google und Microsoft sind kostenlos, Anthropic bietet zusätzlich ein interaktives Tutorial auf GitHub an. Am meisten bringt Übung mit echten Aufgaben aus dem eigenen Alltag und der Vergleich von Vorher- und Nachher-Prompts im Team.